„Nur ein Buch…!“

Liebe Leserin, lieber Leser,
„FRIEDEN über alle Grenzen!“- für jeden von uns!

Ich bin gebeten worden, ein paar Gedanken mit Ihnen zu teilen. Nicht, dass ich das nicht auch sonst täte… Aber diesmal scheint es besonders wichtig zu sein.

 

„Würdest Du bitte aufstehen und einen Text schreiben?“, hieß es, als ich vor wenigen Minuten aus einer ungewollt tiefen „Versenkung“ wieder auftauchte.

Und dann wurde mir die Überschrift genannt. „Nur ein Buch…!“

Eigentlich hätte es heißen müssen: „Nur ein Buch zu lesen…!“

Und noch ausführlicher wäre gewesen: „Nur ein Buch zu lesen, genügt bereits! Auch das ist Dienst!“

So ist das nun mal: Wir, die wir für das LICHT arbeiten und AllemWasIst dienen, werden auf ganz unterschiedlichen Wegen geführt.  Manchmal sogar so, dass wir es kaum merken.  

Wobei – in WAHRHEIT ist es uns natürlich bewusst. Nur glauben können wir es oft kaum!

 

Bei mir ist es seit einiger Zeit so, dass es mich regelrecht drängt, manche Bücher zu lesen, die ich vor kurzem wiedergefunden habe. Im Grunde genommen sind es nur schmale Büchlein.

Vor langer Zeit habe ich sie für meine Kinder gekauft, um ihnen die lange Autofahrt in die Sommerferien nach Frankreich oder an die Nordsee etwas abwechslungsreicher zu gestalten.

 

Schmale Büchlein, die man in ein oder zwei Tagen auslesen konnte, - aber mit gewichtigem, schwerwiegendem Inhalt. Zweimal bereits habe ich hier daraus zitiert. Weil sie so gut sind und so wahrhaftig.

Und, weil sie helfen, das Leben lieb zu behalten, von welch unliebsamer Seite es sich auch immer gerade zeigen mag.

Behalt das Leben lieb…!“ ist auch einer dieser Titel…

 

Meist handeln sie von einer Herausforderung, vor die ein junger Mensch gestellt wurde und die es mit allem MUT und allem VERTRAUEN anzugehen galt.

So ähnlich, wie wir jetzt auch. Nur, dass wir alle schon wesentlich älter sind.

 

Es tut gut, sich immer wieder einmal bewusst zu machen, welch schweres Schicksal andere Menschen zu tragen haben.

Denn es lenkt für kurze Zeit von der scheinbar unausweichlichen Situation ab, in der wir alle uns gerade befinden.

Die meisten dieser Jugendbücher, die ich in den vergangenen Tagen gelesen habe, berichten von der Zeit des Zweiten Weltkrieges hier bei uns.


Wie erstaunt war ich, als ich erkannte, dass das Buch, das ich gestern ausgewählt habe, vom Ende des Ersten Weltkrieges berichtet – und von einem Mädchen in Amerika!

Ich weiß ja, dass diese intuitive FÜHRUNG, was wir gerade tun oder wählen, immer einen Sinn hat. Aber doch nicht so?

 

Es ging um junge Männer, die mit schwersten Verletzungen aus dem Krieg nachhause zurück gekommen waren. Und darum, dass die normale „Gesellschaft“ dies alles am liebsten nicht mehr sehen und nicht wahrhaben wollte.

Das Mädchen, das hier seine Geschichte erzählt, ist die Tochter eines Arztes, der sich um all diese Ausgestoßenen kümmert.

Mit einem von ihnen kommt sie freiwillig-unfreiwillig näher in Kontakt. Seine Verbrennungen sind so schlimm, dass sie den Anblick zunächst kaum ertragen kann.  

Drüben, in Frankreich, war er mit Gelbkreuz in Berührung gekommen. Mit dem berüchtigten Senfgas, das damals von beiden Seiten eingesetzt wurde.


Seltsam! Während ich las, wie es dem jungen Mann mit seiner Verwundung ergangen war, erinnerte ich mich an den Bruder meiner Großmutter.

Beim Aufräumen alter Briefe aus dem Besitz meiner Mutter hatte ich erfahren, dass er am Ende seines jungen Lebens in der Charité in Berlin gepflegt worden war.

 

Auch er hatte schwerste Verletzungen durch Gelbkreuz erlitten und war daran jämmerlich zugrunde gegangen. Ein paar Mal hatte seine Schwester ihn dort noch besucht und ihrer Mutter davon berichtet.

Beim Lesen der alten Briefe, die noch in Sütterlin geschrieben waren und die ich jedes Mal mühsam entziffern musste, hatte ich sein Bett und auch ihn immer sehr deutlich vor mir gesehen. Auch jetzt wieder…


Immer wieder dachte ich an diesen klugen, mutigen Mann, dessen Leben auf so tragische Weise endete. Ob es da wohl noch etwas zu tun gab? Tatsächlich!

Obwohl ich mich bereits damals darum gekümmert hatte, hatte er immer noch nicht verstanden. Seine Seele war immer noch nicht im Licht! Ich wusste, dass er jetzt anwesend war.

„Lass ihn einfach in Ruhe!“, wurde mir bedeutet. „Lies einfach weiter! Er sieht die Bilder, die auch Dir gerade beim Lesen gezeigt werden und er kann Deine Gedanken hören!

 

Und höre endlich auf, Dich schuldig zu fühlen, weil Du an einem Tag wie diesem einfach nur auf der Couch liegst und liest!  Du ahnst ja nicht, was Du damit bewirkst!

All Dein Mitgefühl und all Deine Liebe legen sich wie Balsam auf die Wunden derer, denen es damals ähnlich erging wie den Verwundeten in Deinem Buch!“

 

„Nur ein Buch...!“, dachte ich und wusste intuitiv, dass genau dies die Überschrift für meinen nächsten Blog Text sein sollte. Gleich danach muss ich tief eingeschlafen sein.

In Gedanken sah ich, wie sich weit entfernt in der Nähe dieses alten Krankenhauses eine LICHT Säule bildete –

auch dort, wo mein Onkel und seine Kameraden damals gekämpft hatten und dem tödlichen Giftgas ausgesetzt gewesen waren.

Viele, viele Gestalten sah ich in weiter Ferne an diesen LICHT Säulen Hilfe finden!


Als ich wieder zu mir kam, hatte ich das Gefühl, dass sich etwas verändert hatte.

Der Bruder meiner Großmutter, den ich zuvor sehr deutlich in dem einen Sessel geahnt hatte, war nicht mehr da.

Er hatte verstanden und seine Seele war inzwischen nachhause gegangen…  Und viele seiner Kameraden, die damals das gleiche Schicksal erlitten hatten, ebenfalls.


Es ist so wichtig, unserem Gefühl zu vertrauen, wenn es uns zu etwas drängt!

Besonders dann, wenn wir den Tag damit beginnen, Vater-Mutter Gott zu bitten, uns zu zeigen, „was heute das Wesentliche ist“!

Alles dient nur noch der HEILUNG!


Mit herzlichen Grüßen,
Christine Stark

15. Mai 2021


PS: Jaap ter Haar, Behalt das Leben lieb, dtv junior

      Margaret I. Rostkowski, Ich kann es nicht vergessen, dtv junior

 

PPS: Und für alle, die diesen Text freundlicher Weise vollständig und unverändert auf ihren Blog übernehmen wollen: Bitte immer mit Hinweis auf meine Webseite www.christine-stark.de  und dem folgenden Hinweis:

Es ist nicht gestattet, ausschließlich Teile des Textes wiederzugeben oder diesen akustisch für andere zugänglich zu machen.