„Friede, Freude, Eierkuchen…“

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie ist es Ihnen in den letzten zwei Wochen ergangen?  Alles „Friede, Freude, Eierkuchen?“ -  Oder haben sich genau die „Herausforderungen“ ergeben, die Sie sich ganz bestimmt nicht für die Vorweihnachtszeit ausgesucht hätten?

 

So ist es nun einmal: Man wächst nur an Schwierigkeiten! Wenn alles glatt geht, braucht man sich ja nicht weiter zu entwickeln. Und dass wir in der letzten Zeit ziemlich heftig in unsere Weiterentwicklung hineingeschubst werden, hat sicher jeder von Ihnen bereits gemerkt.

 

Mehrere „Lernaufgaben“ haben seit Anfang Dezember anscheinend Priorität, - ob wir wollen, oder nicht: Es geht um Beziehungen, Freundschaften und ganz allgemein den Umgang mit uns nahestehenden Mitmenschen. Es geht darum,  unsere Verbindungen zu den Menschen unserer Umgebung noch einmal unter die Lupe zu nehmen – und gegebenenfalls anzupassen.

 


Nicht gerade leicht für sensitive Menschen, die es gewohnt sind, hilfsbereit, mitfühlend und tolerant zu sein! Aber es hilft nichts. In der jetzigen Zeitqualität kann nur noch bestehen, was auf Integrität, Offenheit und Ehrlichkeit aufgebaut ist.  „Schieflagen“, die zwar für den einen angenehm sind, dem anderen aber Unbehagen bereiten, funktionieren nicht länger. Die Energie der Neuen Zeit duldet keine Kompromisse mehr!

 

Es geht darum, genau zu spüren, was wir eigentlich wollen und wobei wir uns gut fühlen. Das ist oft gar nicht so leicht! Es geht auch darum, Grenzen zu setzen  und  uns selber treu zu bleiben. Indem wir notfalls anderen Menschen deutlich zeigen, was wir brauchen, -  aber auch, was sich für uns nicht richtig anfühlt.

 

Sie wissen ja bereits aus den früheren Beiträgen meines Blogs, dass  wir aufgefordert sind, unser wahres Wesen immer deutlicher zum Ausdruck zu bringen. Dazu gehört eben auch, dass wir uns fragen: „Was ist stimmig für mich?“  „Wie fühle ich mich dabei?“  „Will ich das wirklich?“.

 

Es geht auch um klare Kommunikation und darum, deutlich für sich und seine Belange einzutreten – und eben auch darum, Stellung zu beziehen, und wenn nötig auch zu widersprechen.

 

Es hat gedauert, bis ich es heute begriffen hatte: Meine „Obere Leitstelle“ (vgl. Blog vom 27.Juli 2011) präsentierte  mir in den letzten drei Tagen mit unendlicher Geduld immer wieder Situationen, wo ich mich über meine  Gesprächspartner  wunderte. Die seltsamsten Aussagen wurden da von verschiedenen Freunden und Bekannten mit einer Selbstsicherheit vorgetragen,  - und ich dachte jedes Mal: „Das stimmt doch aber gar nicht???“  , war aber zu höflich, um die jeweilige Aussage in Frage zu stellen. Schließlich wusste ich ja, wie vertrauenswürdig die jeweilige Person war!

 

Und wie bei einem Crescendo in der Musik wurden die Aussagen immer haarsträubender – bis  ich nicht mehr anders konnte, als zu sagen: „Aber das stimmt doch gar nicht!“ Da endlich war die Blockade durchbrochen, die in der frühen Kindheit gesetzt worden war!  Endlich!  Und nachträglich erkannte ich, wie ich immer deutlichere „Übungen“ vorgesetzt bekommen hatte, um   die alte Programmierung zu löschen.

 

Wie gut haben es doch unsere Kinder! Sie scheinen überhaupt keine Probleme damit zu haben, für sich selber einzutreten und zu sagen, was Sache ist. „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst!“  heißt es in der Bibel. Daraus wurde dann eine starke Betonung der Nächstenliebe  abgeleitet, - und im Mittelalter eine solche Form der Selbstverleugnung, dass alle, die irgendwann einmal ein Leben im Kloster verbracht haben, es immer noch als egoistisch empfinden, für ihre eigenen Wünsche einzutreten.

 

Es kann helfen, den Satz einmal umzukehren  und zu erkennen: Auf Deinen Nächsten Acht geben und liebevoll mit ihm umgehen ist wichtig. Aber es ist genauso wichtig, Dich selbst zu achten und liebevoll zu spüren, was Du wirklich brauchst!

 

Nehmen Sie es leicht! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – aber wir sind auf dem besten Weg  in ein himmlisches  Leben! 

 

Mit herzlichen Grüßen

Christine Stark
15.12.2011