"Herausforderungen" - Teil 2 Drucken

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

die „Überraschungen“ begannen gestern bereits damit, dass meine Freundin, die mit mir zusammen  ins Pflegeheim fahren wollte, um meiner Tante einen Dienst zu erweisen, zum verabredeten Zeitpunkt noch nicht fertig war. Als ich sie abholen wollte, brauchte sie einfach  noch  eine kurze Pause nach ihrer bisherigen Arbeit  und einen Kaffee.  Leider war die  geplante Zeit  durch ein Missverständnis sowieso etwas kürzer, als gedacht, und eigentlich wäre es nötig gewesen, sofort loszufahren, da zwei Stunden später ein Handwerker zu mir kommen wollte.

 

Das war der erste „Stolperstein“.  Der Verstand sagte: „Das geht doch nicht!“, aber mein Gefühl sagte mir: „Nimm Dir die Zeit, sie  braucht sie. Es ist wichtig.“  Ich wusste, ich hatte keine andere Wahl, und so beruhigte ich mein drängelndes Ego, das immer denkt, es muss alles unter Kontrolle haben. Meine Freundin bekam  ihre Kaffeepause und ich wusste genau, dass alles „richtig“ war, so wie es war.

 

Wir spürten beide, dass unsere Energiefelder sich auf einander einstellten, so, als ob sie mit einander vernetzt wurden. Gleichzeitig kam von oben eine wundervolle Energie auf uns herunter, die wir beide fühlen  konnten. Soweit war alles „in Ordnung“.  

 

Wir waren beide energetisch  in Hochform, obwohl wir nicht genau wussten, in welchem Zustand wir meine Tante antreffen würden. Aber wir waren ja zu zweit – es würde schon alles richtig sein. Beim Betreten des Pflegeheims  fiel mein Blick auf die kleine Sitzgruppe hinten in der Ecke des Erdgeschosses. Normaler Weise sehe ich dort einfach den kleinen runden Tisch mit den beiden Stühlen. Diesmal sah ich mehr. Obwohl ich mit nichts gerechnet hatte, veränderte sich das Bild, während wir darauf zugingen und ich sah sehr schlank und groß und sehr würdevoll zwei Engelwesen  auf den Stühlen sitzen, die uns schweigend entgegen blickten.

 

Ich wies  kurz auf die Sitzgruppe, ohne etwas zu sagen, und meine Freundin nickte nur. Sie hatte gesehen, was ich meinte. Während wir die Treppe zum ersten Stock hinauf stiegen, fiel mein Blick  unwillkürlich auf die Ecke rechts neben dem Fenster vor uns. Wie oft bin ich diese Treppe schon hochgestiegen!

 

Aber diesmal war es anders: So, als ob die „Luft“, die diese Ecke ausfüllte, dichter war als sonst. Als ich genauer hinsah, bemerkte ich, dass auch hier  sehr groß, schlank und schweigend ein Engelwesen  stand.  Ich deutete kurz auf die Ecke und meine Freundin nickte. Auch in den nächsten Ecken waren große, schlanke, ehrfurchtgebietende Engelwesen postiert. Schweigend schienen  sie „Wache“ zu halten.

 

Und auch in der kleinen Sitzgruppe hinten links bei den Briefkästen im ersten Stock  saßen, genau wie im Erdgeschoss, zwei große schlanke Engelwesen schweigend auf den beiden Stühlen.  Ich weiß schon lange, dass dort in der Pflegeabteilung  viele dieser wundervollen Helfer aus der geistigen Welt im Einsatz sind. Nur, so deutlich hatte ich sie an diesen Stellen bisher noch nie gesehen. Damals bei meiner Mutter im Zimmer war mir diese Sicht manchmal ermöglicht worden. Und jedes Mal hatte meine Mutter sich gefreut, wenn ich sie darauf hingewiesen hatte.

 

Schon von weitem sahen wir, dass der  Notruf außen am Zimmer meine Tante leuchtete. Unsere Besorgnis wuchs. Aber als wir das Zimmer betraten, war zum Glück nichts Besonderes vorgefallen. Meine Tante war zwar sehr ängstlich und  schien auch etwas verwirrt, als wir sie begrüßten, beruhigte sich aber schnell. Sie sah auch nicht so krank aus, wie in den letzten Tagen.  Warum war ich dann so angespannt?   Ich schimpfte mich im Stillen für meine Besorgnis, während meine Freundin mit der Behandlung begann.

 

Fortsetzung folgt!

 

Mit herzlichen Grüßen

Christine Stark

11. November 2011